Kupferpatina
Kupferpatina: die Farbe, die Zeit gemacht hat.
Grün, Türkis, Rotbraun und alles dazwischen. Zwölf Flächen aus eigener Fertigung, für Dach, Fassade und Innenausbau. Aus Nürtingen, seit dem Jahr 2000.
Die Farben ansehenZwölf Flächen, ein Metall
Alle zwölf sind Kupfer. Was sie unterscheidet, ist der Punkt, an dem die Reaktion angehalten wurde. Am Anfang steht das warme Kupferorange, am Ende das Patinagrün alter Dächer.

Sattes, gleichmäßiges Mittelgrün

Kräftiges Grün, dicht gesprenkelt

Mittleres Grün, wolkig und ruhig

Helles Türkisgrün mit feiner Sprenkelung

Gedämpftes Salbeigrün, nahezu einfarbig

Gedämpftes Graugrün, fein und matt

Hellblau-türkise Patina mit rotbraunen Kupferstellen

Türkisblaue Patina mit rostroten Durchbrüchen

Warmes Kupferorange mit weichem Verlauf

Helles Rotbraun, weich gebürstet

Helles Ockerbraun mit schwarzen Sprenkeln

Dunkles Rotbraun mit violetten Schlieren
Was mit einer Kupferfläche geschieht
Kupfer bleibt nicht, wie es geliefert wird. Es läuft durch eine Reihe von Zuständen, und wo es endet, hängt davon ab, wie steil die Fläche ist und wie lange Regen darauf steht.
16.000 Quadratmeter am St. Paulus Dom
Die gesamte Dachfläche wurde im Werk patiniert, bevor sie auf das Bauwerk kam. Eine gleichmäßige Kupferpatina, die dem Dom vom ersten Tag an die Erscheinung gibt, auf die er sonst Jahrzehnte hätte warten müssen. Am Sinclair Tower in Vancouver tragen die Dachspitzen dieselbe Handschrift.
Patiniertes Kupfer am Bauwerk
Aufnahmen aus ausgeführten Projekten, vom Kirchendach bis zur gerundeten Gaube am Wohnhaus.
Häufige Fragen
Wie entsteht Patina auf Kupfer?
Blankes Kupfer bildet an der Luft innerhalb weniger Stunden einen Oxidfilm, der mit bloßem Auge noch nicht zu sehen ist. Unter Feuchtigkeit, Luftsauerstoff und Schadstoffen wächst diese Schicht weiter, das Metall verliert seinen Glanz und färbt sich gleichmäßig braun. Erst über Jahre entstehen daraus basische Kupferverbindungen, die grüne Patina. Beim Patinieren wird dieser Vorgang im Werk nachgebildet, sodass der gewünschte Zustand von Anfang an vorliegt.
Warum wird ein Dach grün und eine Fassade nicht?
Weil Niederschlag auf einer geneigten Fläche länger liegen bleibt als auf einer senkrechten. An Außenwandbekleidungen dunkelt das Braun immer weiter nach und bleibt in der Regel bei einem Anthrazitbraun stehen, das ist dort der farbliche Endzustand. Auf geneigten Dachflächen entwickelt sich die Schicht weiter bis zum bekannten Patinagrün. Wo geneigte und senkrechte Flächen aneinanderstoßen, gehört deshalb eine Tropfkante dazwischen.
Wie lange dauert es, bis Kupfer von selbst grün wird?
Auf flachen, stark dem Regen ausgesetzten Flächen tritt das kräftige Grün nach etwa acht bis fünfzehn Jahren auf, je nach Regenmenge und Zusammensetzung des Wassers. Auf dem Weg dorthin durchläuft die Fläche alle Zwischenstufen von Rotgold über Braun bis Anthrazit. Wer den Endzustand von Anfang an möchte, lässt die Oberfläche im Werk patinieren.
Kann man die Patina auf der Baustelle beschleunigen?
Davon raten wir ab, und das Deutsche Kupferinstitut ebenfalls. Chemische Färbeverfahren sind für kleinteilige Gegenstände im Innenbereich gedacht. Großflächig unter Baustellenbedingungen wird das Ergebnis meist fleckig, und die künstlich erzeugten Schichten sind in der Regel nicht witterungsbeständig: Der natürliche Vorgang löst sie nach einiger Zeit wieder ab. Werkseitig patinierte Tafeln und Bänder gibt es dagegen in gleichbleibender Qualität.
Was ist der Unterschied zwischen Patina und Grünspan?
Patina besteht aus basischen Kupferverbindungen, überwiegend Karbonaten und Sulfaten, in Küstennähe auch Chloriden. Sie entsteht durch Luft, Feuchtigkeit und Kohlendioxid, haftet fest und ist unbedenklich. Grünspan ist ein Gemisch basischer Kupferacetate und entsteht durch Essigsäure. Er greift das Kupfer an und ist giftig. Am Bauwerk tritt er praktisch nicht auf. Die beiden werden ständig verwechselt, sind aber verschiedene Stoffe.
Schützt die Patina das Kupfer?
Ja. Die Schicht haftet fest, ist in sich stabil und erneuert sich bei Beschädigung selbst. Sie bremst den weiteren Angriff durch Luft und Feuchtigkeit und ist der Grund, warum Kupferdächer über Jahrhunderte halten. Kupfer ist außerdem gegen Baustoffe wie Gips, Kalk und Zement beständig und durch Tauwasser nicht gefährdet.
Sieht die Patina überall gleich aus?
Nein. Ihre Zusammensetzung hängt von der Luft am Standort ab, deshalb fällt sie regional unterschiedlich aus. In Küstennähe entsteht häufig ein blaugrüner Ton, in der Stadt bleibt es länger bei dunklem Braun. Auch die Neigung und die Ausrichtung der Fläche spielen mit.
Kann ablaufendes Wasser darunterliegende Bauteile verfärben?
Ja. Regenwasser, das über eine unversiegelte Kupferfläche läuft, nimmt gelöste Kupferverbindungen mit. Trifft es auf helle Materialien wie Naturstein, Sichtbeton oder Putz, können sich grünliche Schleier bilden. Vermeiden lässt sich das durch kontrollierte Wasserführung mit Tropfkanten und Rinnen.